Geschichtliches über Bogarosch

 Im Jahre 1725 hörte die erste großzügige Einwanderung auf. Die Haupteinwanderung geschah in den Jahren 1722, 1726. Zwischen 1762 und 1773 fand der Theresianische Schwabenzug unter Maria-Theresia statt. In diese Zeit datiert auch die Ansiedlung unseres Dorfes. Bogarosch wurde 1769 angesiedelt.

Bogarosch/ Banat

 Zeittafel 1452-2001

Jahr

Ereignis

1494

Bogáros wird erstmals 1452 und 1493 in einem Dokument der Diplomatischen Abteilung des Landesarchivs zu Budapest erwähnt.

1494 wird das „Praedium  Bogáros“ erstmals urkundlich erwähnt.

Die Urkunde befindet sich im Archiv der Familie Graf Erdödi de Vörösvári.

Die vernichtenden Streifzüge der Türken führten dazu, daß der Ort ein Prädium wurde.    

1552

Eroberung der Festung Temesvar durch die Türken

1562

König Ferdinand und der Türkenherrscher Suliman schlossen Frieden. Der Ort wurde hin und her geschenkt, war unbewohnt, und wurde dann 1761 auf einer Karte mit deutscher Orthographie in Wien als „Bogarosch“ erwähnt.

1716

Am 13.10.1716 wurde die Festung Temesvar von den Türken zurückerobert. Eine Schreckensherrschaft geht zu Ende.

1716

Am 01.11.1716 wurde General Graf Florimund Mercy erster Gouverneur des Temescher Banats.

1717

General Mercy bekam die Bewilligung, das Banat zu inpopulieren

1723

Die Mercysche Landkarte enthält an der Stelle des heutigen Bogarosch den Ort "Bogáros".

1761

Auf der amtlichen Landkarte ist das Praedium "Bogáros" als unbewohnter Ort verzeichnet.

1769

Im Frühjahr 1769 : Gründung von Bogarosch durch die Ansiedlung von Familien aus dem Reich durch Josef Neumann

1774

Gründung der Pfarrei; ab Oktober Matrikelführung

1774

01.11.1774  Erbauung der Kirche auf Kosten der Kaiserin Maria Theresia

1786

Die Gemeinde erhält den ersten Notär, Michael Krizsanics. 

1794

Erstes Hungerjahr, durch Trockenheit und Hitze ist die Ernte mißraten.

1804

Wieviele Einwanderer nach Bogarosch kamen, konnte nicht festgestellt werden, denn sie kamen und gingen. 1804 bei der ersten Volkszählung waren 1600 Seelen gezählt worden

1816

Die Orgel wurde für die Kirche beschafft. Anschaffungspreis: 5011 Gulden

1816

Ein langer, eiskalter Winter;  die Saat wuchs, doch vor der Ernte kam von Norden (Warjasch) eine Wasserflut und überschwemmte die Äcker. Das gesamte Getreide wurde vernichtet.

1823

Die Gemeinde kaufte das Haus Nr. 103 für das spätere Gemeindehaus.  Betrag: 3080 Gulden

1830

Am 12. Und 13. Januar fiel so viel Schnee, daß der Verkehr zu den Nachbarsgemeinden völlig zum Erliegen kam.

1831

Am 4. September wurde Bogarosch von der ersten  Cholera Epidemie heimgesucht.

1836

Am 17.09.1836 wurden im ganzen Lande die Juden gezählt. In Bogarosch waren es 17 an der Zahl.

1836

Am 23. Juli 1836 trat eine erneute Cholera Epidemie auf, von 700 Kranken starben 107 .

1848

Am 14.08.1848 löste sich das Urbarium auf, und die Bauern wurden freie Männer.

1848

Im Oktober 1848 wurden 34 Bogaroscher und 10 Uiheler in die Ungarische Armee eingezogen.

1849

Am 13.08.1849 endete der ungarische Freiheitskampf nach der Világos ´schen Waffenstreckung.

1850

Einführung der Grundsteuern in ganz Ungarn für den Agrarbesitz der Bauern. Diese mußten jetzt keine herrschaftlichen Gebühren mehr zahlen.

1852

Am 24.01.1852 wurde der Grundsteuer-Kataster für Bogarosch fertiggestellt, in den alle Feldbesitzer eingetragen wurden.

1853

Am 29. Mai 1853 wurde der Grundstein für das heute noch stehende Schulhaus gelegt, an der Kreuzung Hauptgasse-Schulengasse gelegen

1855

Das Grundbuch wird auf Anordnung der Österreicher eingeführt. Bis 1848 gab es nichts dergleichen

1859

Am 30.09.1859 begann der kreuzförmige Ausbau der Kirche

1863

Große Dürre, die Ernte wurde vernichtet. Die große Hungersnot ließ die Behörden eine Volksküche eröffnen.

1869

100 Jahre nach der Ansiedlung zählte Bogarosch 2760 Einwohner, davon waren 2714 röm.-kath. , 33 griechisch-orientalisch und 11 Juden

1869

Das Postamt wurde eröffnet

1870

Die erste Schulbibliothek mit 135 Bänden wird angeschafft

1876

Das noch 1935 bestehende Gemeindehaus wurde 1876 erbaut, zu einem Kostenpreis von 8981 Gulden.

1878

Die Gemeinde erhielt den ersten ständigen Arzt,  Nikolaus Dvontsch .

1880

Die Turmuhr wurde zu einem Preis von 1210 Gulden von der Fabrik Mannheim zu München erworben.

1890

Es begann die große Auswanderungswelle nach Amerika. Von Jahr zu Jahr waren es immer mehr, und bis 1935 waren ca. 700 Bogaroscher  ausgewandert.Mehr ...>

1890

Die Einwohnerzahl betrug 3300 bei 332 Wohnhäusern

1894

Errichtung der ersten Apotheke. Der Eigentümer war Ludwig Bodway .

1896

Der Kindergarten wird eröffnet

1898

Die Gemeinde beschloß 3 arthesische Brunnen zu bohren.  1899 wurde mit der Arbeit begonnen. Es war vergeblich. Darauf wurden 3 Tiefbrunnen gebohrt, und der 4. Kam 1929 hinzu.

1904

Telefonstation wird eingerichtet

1905

Gründung des Handel- und Gewerbevereins mit 29 Mitgliedern (1935 hatte der Verein 93 Mitglieder)

1910

Bei der Volkszählung wurden 2651 Einwohner gezählt

1910

Bogarosch feiert  am 17.10 1910 die Fertigstellung des Bahnhofsgebäudes und die Eröffnung des Schienenverkehrs zwischen Hatzfeld und Lowrin  Der Verkehr läuft mit 6 Zügen pro Tag an.

1910

Telegrafenstation wird im Mai 1910 errichtet.

1914- 1918

I. Weltkrieg: von 543 mobilisierten Wehrpflichtigen sind 84 auf den Schlachtfeldern gefallen oder sind vermißt geblieben

1916

Ende November hat man die Glocken aus dem Kirchturm genommen, und für Kriegszwecke verwendet.

1918

Bogarosch wurde von den Serben besetzt

1918

Anschluß an das Königreich Rumänien

1919

Am 19.02.1919 wurde eine Volkszählung angeordnet. Das Ergebnis: 2373 Deutsche, 32 Rumänen, 26 Ungaren, 1 Serbe

1919

Im August fiel das Banat zu Rumänien.

1923

Agrarreform

1924

14.08.1924, der Tag an dem das Kriegerdenkmal in Bogarosch eingeweiht wurde

1927

Am 01 Januar 1927 wurden sämtliche Gemeindeschulen und Kindergärten verstaatlicht.

1928

Am 08 November 1928 wurde die Kirchengemeinde gegründet.

1928

Am 09.12.1928 wurde das neue Bauernheim im Rahmen eines Bauerntages eingeweiht. Es wurde auf dem Platz des Hauses Nr. 2 errichtet.

1930

2358 Einwohner, davon :  2182 Deutsche, 39 Slovaken, 27 Rumänen, 20 Ungaren, 3 Serben und 87 Zigeuner.   (1129 Männer und 1229 Frauen)
1935 Es ist der 31.12.1935 .  Lehrer Josef Hubert beendete die Chronik unseres Dorfes, die Chronik des Heidedorfes Bogarosch.

1939- 1945

II. Weltkrieg: 44 Männer gingen zur deutschen Armee, 12 Männer zur rumänischen Armee, und 4 Zivilisten sind umgekommen

1945

Im Januar werden über 327 Frauen und Männer zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert, von denen 50 dort sterben mußten.Mehr ...>

1945

6. März: Agrarreform, durch welche die meisten deutschen Landwirte enteignet werden.Mehr ...>

1948

Schulreform .Mehr ...>

1951

Beginn der Kollektivisierung der Landwirtschaft, die bis 1958 mit dem Beitritt aller Bauern abgeschlossen wird

1965

Es war das Jahr um 1965. Beginn der Ausreise der Banater Schwaben, die sich auch in Bogarosch langsam bemerkbar machte. Die große Ausreisewelle der Banater Schwaben in die Bundesrepublik Deutschland und anderen Teilen der Welt kam ins Rollen und war ab nun unumkehrbar. Mehr ...>

1989

In Bogarosch wohnen ca. 1392  Deutsche und 1422 Bürger anderer Nationalitäten. Insgesamt:  2814 Menschen.

1991

Die letzten Ausreisewilligen verlassen Bogarosch. Es leben hier noch ca. 10 Personen deutscher Volkszugehörigkeit. Mehr ...>

 

 

 

 

 

 

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Chronik der Gemeinde Bogarosch / Banat 1769-1935                   
Verfasser :  Lehrer Josef  Hubert

Das Werk von Herrn Lehrer Hubert ist von unschätzbarem Wert, denn es wiedergibt akriebisch genau die in Kleinstarbeit zusammengetragenen Daten und Fakten unser Dorf Bogarosch betreffend. Es ist ein unerschöpflicher Quell für all diejenigen, die keine andere Möglichkeit haben, etwas über die Vergangenheit unseres Dorfes Bogarosch  zu erfahren, und auch für Kundige, die lediglich mal kurz ihr Wissen auffrischen wollen.
Herrn Lehrer Josef Hubert gebührt unser besten Dank und unsere Anerkennung.
 

© Dipl.- Ing. Günther Goschi           GuentherGoschi@gmx.de