Geschichtliches über
Bogarosch
Bogarosch/ Banat
Jahr |
Ereignis |
1494 |
Bogáros wird erstmals 1452 und 1493 in einem Dokument der Diplomatischen Abteilung des Landesarchivs zu Budapest erwähnt. 1494 wird das Praedium Bogáros erstmals urkundlich erwähnt. Die Urkunde befindet sich im Archiv der Familie Graf Erdödi de Vörösvári. Die vernichtenden Streifzüge der Türken führten
dazu, daß der Ort ein Prädium wurde.
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1552 |
Eroberung der Festung Temesvar durch die
Türken |
1562 |
König Ferdinand und der Türkenherrscher
Suliman schlossen Frieden. Der Ort wurde hin und her geschenkt, war unbewohnt, und wurde
dann 1761 auf einer Karte mit deutscher Orthographie in Wien als Bogarosch
erwähnt. |
1716 |
Am
13.10.1716 wurde die Festung Temesvar von den Türken zurückerobert. Eine
Schreckensherrschaft geht zu Ende. |
1716 |
Am 01.11.1716 wurde General Graf Florimund
Mercy erster Gouverneur des Temescher Banats. |
1717 |
General Mercy bekam die
Bewilligung, das Banat zu inpopulieren |
1723 |
Die Mercysche Landkarte enthält an der
Stelle des heutigen Bogarosch den Ort "Bogáros". |
1761 |
Auf der amtlichen Landkarte ist das
Praedium "Bogáros" als unbewohnter Ort verzeichnet. |
1769 |
Im Frühjahr 1769 : Gründung von
Bogarosch durch die Ansiedlung von Familien aus dem Reich durch Josef Neumann |
1774 |
Gründung der Pfarrei; ab Oktober
Matrikelführung |
1774 |
01.11.1774
Erbauung der Kirche auf Kosten der Kaiserin Maria Theresia |
1786 |
Die Gemeinde erhält den ersten Notär,
Michael Krizsanics. |
1794 |
Erstes Hungerjahr, durch
Trockenheit und Hitze ist die Ernte mißraten. |
1804 |
Wieviele Einwanderer nach
Bogarosch kamen, konnte nicht festgestellt werden, denn sie kamen und gingen. 1804 bei der
ersten Volkszählung waren 1600 Seelen gezählt worden |
1816 |
Die Orgel wurde für die
Kirche beschafft. Anschaffungspreis: 5011 Gulden |
1816 |
Ein langer, eiskalter Winter; die Saat wuchs, doch vor der Ernte kam von Norden
(Warjasch) eine Wasserflut und überschwemmte die Äcker. Das gesamte Getreide wurde
vernichtet. |
1823 |
Die Gemeinde kaufte das Haus
Nr. 103 für das spätere Gemeindehaus. Betrag:
3080 Gulden |
1830 |
Am 12. Und 13. Januar fiel so
viel Schnee, daß der Verkehr zu den Nachbarsgemeinden völlig zum Erliegen kam. |
1831 |
Am 4. September wurde
Bogarosch von der ersten Cholera Epidemie
heimgesucht. |
1836 |
Am 17.09.1836 wurden im
ganzen Lande die Juden gezählt. In Bogarosch waren es 17 an der Zahl. |
1836 |
Am 23. Juli 1836 trat eine
erneute Cholera Epidemie auf, von 700 Kranken starben 107 . |
1848 |
Am 14.08.1848 löste sich das
Urbarium auf, und die Bauern wurden freie Männer. |
1848 |
Im Oktober 1848 wurden 34 Bogaroscher und
10 Uiheler in die Ungarische Armee eingezogen. |
1849 |
Am 13.08.1849 endete der ungarische
Freiheitskampf nach der Világos ´schen Waffenstreckung. |
1850 |
Einführung der Grundsteuern
in ganz Ungarn für den Agrarbesitz der Bauern. Diese mußten jetzt keine herrschaftlichen
Gebühren mehr zahlen. |
1852 |
Am 24.01.1852 wurde der
Grundsteuer-Kataster für Bogarosch fertiggestellt, in den alle Feldbesitzer eingetragen
wurden. |
1853 |
Am 29. Mai 1853 wurde der
Grundstein für das heute noch stehende Schulhaus gelegt, an der Kreuzung
Hauptgasse-Schulengasse gelegen |
1855 |
Das Grundbuch wird auf
Anordnung der Österreicher eingeführt. Bis 1848 gab es nichts dergleichen |
1859 |
Am 30.09.1859 begann der
kreuzförmige Ausbau der Kirche |
1863 |
Große Dürre, die Ernte
wurde vernichtet. Die große Hungersnot ließ die Behörden eine Volksküche eröffnen. |
1869 |
100 Jahre nach der Ansiedlung
zählte Bogarosch 2760 Einwohner, davon waren 2714 röm.-kath. , 33
griechisch-orientalisch und 11 Juden |
1869 |
Das Postamt wurde eröffnet |
1870 |
Die erste Schulbibliothek mit
135 Bänden wird angeschafft |
1876 |
Das noch 1935 bestehende
Gemeindehaus wurde 1876 erbaut, zu einem Kostenpreis von 8981 Gulden. |
1878 |
Die Gemeinde erhielt den
ersten ständigen Arzt, Nikolaus Dvontsch . |
1880 |
Die Turmuhr wurde zu einem
Preis von 1210 Gulden von der Fabrik Mannheim zu München erworben. |
1890 |
Es begann die große
Auswanderungswelle nach Amerika. Von Jahr zu Jahr waren es immer mehr, und bis 1935 waren
ca. 700 Bogaroscher ausgewandert. |
1890 |
Die Einwohnerzahl betrug 3300
bei 332 Wohnhäusern |
1894 |
Errichtung der ersten
Apotheke. Der Eigentümer war Ludwig Bodway . |
1896 |
Der Kindergarten wird
eröffnet |
1898 |
Die Gemeinde beschloß 3
arthesische Brunnen zu bohren. 1899 wurde
mit der Arbeit begonnen. Es war vergeblich. Darauf wurden 3 Tiefbrunnen gebohrt, und der
4. Kam 1929 hinzu. |
1904 |
Telefonstation wird
eingerichtet |
1905 |
Gründung des Handel- und
Gewerbevereins mit 29 Mitgliedern (1935 hatte der Verein 93 Mitglieder) |
1910 |
Bei der Volkszählung wurden
2651 Einwohner gezählt |
1910 |
Bogarosch feiert am 17.10 1910 die Fertigstellung des
Bahnhofsgebäudes und die Eröffnung des Schienenverkehrs zwischen Hatzfeld und Lowrin Der Verkehr läuft mit 6 Zügen pro Tag an. |
1910 |
Telegrafenstation wird im Mai
1910 errichtet. |
1914- 1918 |
I. Weltkrieg: von 543 mobilisierten
Wehrpflichtigen sind 84 auf den Schlachtfeldern gefallen oder sind vermißt geblieben |
1916 |
Ende
November hat man die Glocken aus dem Kirchturm genommen, und für Kriegszwecke verwendet. |
1918 |
Bogarosch wurde von den
Serben besetzt |
1918 |
Anschluß an das Königreich Rumänien |
1919 |
Am
19.02.1919 wurde eine Volkszählung angeordnet. Das Ergebnis: 2373 Deutsche, 32 Rumänen,
26 Ungaren, 1 Serbe |
1919 |
Im August fiel das Banat zu
Rumänien. |
1923 |
Agrarreform |
1924 |
14.08.1924, der Tag an dem
das Kriegerdenkmal in Bogarosch eingeweiht wurde |
1927 |
Am 01 Januar 1927 wurden
sämtliche Gemeindeschulen und Kindergärten verstaatlicht. |
1928 |
Am 08 November 1928 wurde die
Kirchengemeinde gegründet. |
1928 |
Am 09.12.1928 wurde das neue Bauernheim im Rahmen eines Bauerntages eingeweiht. Es wurde auf dem Platz des Hauses Nr. 2 errichtet. |
1930 |
2358
Einwohner, davon : 2182 Deutsche, 39
Slovaken, 27 Rumänen, 20 Ungaren, 3 Serben und 87 Zigeuner. (1129 Männer und 1229 Frauen) |
| 1935 |
Es
ist der 31.12.1935 . Lehrer Josef Hubert
beendete die Chronik unseres Dorfes, die Chronik des Heidedorfes Bogarosch. |
1939- 1945 |
II. Weltkrieg: |
1945 |
Im Januar werden über 327 Frauen und
Männer zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert, von denen 50 dort sterben mußten. |
1945 |
6. März: Agrarreform, durch welche die meisten deutschen Landwirte enteignet werden.Mehr ...> |
1948 |
Schulreform |
1951 |
Beginn der Kollektivisierung der
Landwirtschaft, die bis 1958 mit dem Beitritt aller Bauern abgeschlossen wird |
1965 |
Es war das Jahr um 1965. Beginn der Ausreise der Banater Schwaben, die sich auch
in Bogarosch langsam bemerkbar machte. Die große Ausreisewelle der Banater Schwaben in
die Bundesrepublik Deutschland und anderen Teilen der Welt kam ins Rollen und war ab nun
unumkehrbar. |
1989 |
In Bogarosch wohnen ca. 1392 Deutsche und 1422 Bürger anderer Nationalitäten. Insgesamt: 2814 Menschen. |
1991 |
Die letzten Ausreisewilligen verlassen
Bogarosch. Es leben hier noch ca. 10 Personen deutscher Volkszugehörigkeit. |
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Auszug aus:
Chronik der Gemeinde Bogarosch / Banat 1769-1935
Verfasser : Lehrer Josef Hubert
Das Werk von Herrn Lehrer Hubert ist von unschätzbarem Wert, denn es wiedergibt
akriebisch genau die in Kleinstarbeit zusammengetragenen Daten und Fakten unser Dorf
Bogarosch betreffend. Es ist ein unerschöpflicher Quell für all diejenigen, die keine
andere Möglichkeit haben, etwas über die Vergangenheit unseres Dorfes Bogarosch zu erfahren, und auch für Kundige, die lediglich
mal kurz ihr Wissen auffrischen wollen.
Herrn Lehrer Josef Hubert gebührt unser besten Dank und unsere Anerkennung.
© Dipl.- Ing. Günther Goschi GuentherGoschi@gmx.de